Dankbarkeit und Grosszügigkeit

Als Mönch möchte ich bereit sein, offen für jeden neuen Augenblick, jede neue Begegnung. Ich möchte ein Ohr sein und wenn nötig auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dies erfordert Zeit und Vertrauen. Zeit für den Nächsten sowie ein grundlegendes Erforschen des Lebens. Vertrauen in das Getragensein im Fluss des Lebens. Dogen Zenji hat gesagt, „Das Selbst vergessen bedeutet eins zu sein mit den zehntausend Dingen“ und drückt damit auch ein Vertrauen aus, welches aus der Fülle schöpft, empfängt und grosszügig verteilt. Die eigene Haltung und jede meiner Handlungen hat Einfluss auf das Leben als Ganzes. Wir sind gewohnt Geschäfte abzuschließen, tust Du etwas, dann tue ich etwas. Wir meinen, Dinge zu tun, die nicht einen unmittelbaren Nutzen haben, interessieren nicht mehr, als wenn in China der berühmte Sack Reis umfällt. Doch ich kann einfach sitzen und tue dies mit und für die ganze Welt. Ich kann beten, weinen, lachen und mich verneigen, alleine, mit Dir und der ganzen Welt.

SeeMoreFilm und O-Jukai – Eine Zen Zeremonie

„mehr sehen” heißt, eindringlicher und anders sehen, unter die Oberfläche zu schauen.

SeeMoreFilm entwickelt und produziert Filme zu relevanten Themen, die sich innovativ mit gesellschaftlichem Wandel befassen, wie Strategien zur gewaltfreien Konfliktlösung, soziale Gerechtigkeit, Integration. Menschen und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Während einer groflen O-Jukai Zeremonie, welche vom 8. – 12. Juni 2017 im Tempel La Gendronniere in Frankreich stattfand, hatten Carmen Eckhardt und ihr Partner, Gerardo Milsztein, Gelegenheit die Zeremonie mit der Kamera begleiten…

Was müssen wir jetzt spüren? – Edward Espe Brown im Gespräch mit Stefan Laeng-Gilliatt

         

Stefan: Vor einigen Jahren interviewte ich eine Reihe von Menschen im Umfeld des San Francisco Zen Center, mit denen Charlotte Selver und Charles Brooks eine langjährige Freundschaft verband. Ed Brown traf sie in den 1960ern zum ersten Mal im Tassajara Zen Mountain Center, als er dort Tenzo (oberster Koch) war. Charlotte und Charles waren häufig Gäste in Tassajara, wo sie über viele Jahre jeden Sommer Workshops leiteten. Was folgt, ist ein bearbeiteter Auszug meiner Unterhaltung mit Ed: